Raum- und Umweltplanung
Immissionsüberwachung KVA Thun
Die für die geplante KVA Thun durchgeführten Berechungen der Ausbreitung der Kaminabgase ergaben, dass die Luftqualität in Thun durch die KVA nicht beeinträchtigt werden würde. Um letzte Gewissheit zu erlangen, dass dem beim Betrieb der Anlage auch wirklich so ist, ordnete die Behörde die Messung von verschiedenen Immissionsparametern während eines Jahres vor und zwei Jahren nach Inbetriebnahme der KVA an. Zum Vergleich wurden zwei Messstandorte im Bereich der rechnerisch grössten Beiträge der KVA sowie zwei Standorte ausserhalb des erwarteten Einflussbereichs beprobt. Die Analyse der umfangreichen Messergebnisse zeigte dann tatsächlich keinen Effekt, welcher der KVA zuzuordnen gewesen wäre. Darüber hinaus ergaben die Messungen eine Fülle von Informationen über die Immissionssituation im Raum Westquartier – Lerchenfeld – Schwäbis. Nach Abschluss des Programmes beschloss die AVAG KVA AG die Überwachung mit reduziertem Umfang weiterzuführen. Von kaum einem anderen Gebiet des Kantons Bern dürfte es damit heute bessere Kenntnisse über die Schadstoffimmissionen geben.
Überbauungsordnung und UVB Galexis AG
Die Pharmagrossistin Galexis AG, eine Tocher der Galenica, beschloss 2005, ihre beiden Distributionszentren in der Deutschschweiz zusammenzulegen. In Niederbipp, nahe dem "logistischen Zentrum" der Schweiz wurde dafür ein geeigneter Standort gefunden. Tensor wurde mit der Ausarbeitung der Überbauungsordnung (zusammen mit dem Atelier Schneider Partner) und des erforderlichen Umweltverträglichkeitsberichtes beauftragt. Wegen des Zeitdruckes wurde das kombinierte Verfahren gewählt, bei welchem mit der Genehmigung der Überbauungsordnung gleichzeitig auch die Baubewilligung erteilt wird. Da der Betrieb trotz seiner Funktion als Distributionszentrum keinen grossen Lastwagenverkehr verursacht, erwiesen sich seine Umweltauswirkungen insgesamt als gering. Von Anfang an wurden die nächsten Nachbarn in die Planung einbezogen und ihre Anliegen so weit wie möglich berücksichtigt. Dieses Vorgehen zahlte sich aus, ging doch gegen das Vorhaben keine einzige Einsprache ein, und die Überbauungsordnung wurde bereits nach weniger als einem Jahr von der Gemeindeversammlung angenommen. Nach nur gut einjähriger Bauzeit wird im Sommer 2008 das neue, hochautomatisierte Logistikzenter und die Administration der gesamten Firma mit zusammen rund 370 Arbeitsplätzen am neuen Standort den Betrieb aufnehmen.
Neubau von Einsatzbasen der Rega
Nachdem die Luftwaffe ihren Betrieb auf dem Militärflugplatz Interlaken eingestellt hatte, ergab sich für die Rega eine gute Möglichkeit, ihre unter beengten Verhältnissen betriebene Einsatzbasis Gsteigwiler auf das Flugplatzgelände zu verlegen. Das Projekt war mit rund 2'000 Flugbewegungen pro Jahr der Umweltverträglichkeitsprüfung unterworfen. Ausser dem Lärm des stationierten Helikopters gibt es beim Betrieb der Basis kaum nennenswerte Umweltauswirkungen. Beim Lärm waren aber nicht nur, wie üblich, die Störungen des Menschen zu untersuchen, sondern auch jene von Wildtieren an den umgebenden Berghängen. Die Flugspuren mussten in einem Optimierungsprozess so gewählt werden, dass insgesamt die geringsten Störwirkungen resultieren.
Ein ähnlicher UVB war für die neue Einsatzbasis auf dem Flugplatzgelände La Blécherette bei Lausanne zu erstellen. Hier war im Rahmen der notwendigen Anpassung des Sachplans Infrastruktur der Luftfahrt (SIL) zusätzlich der Gesamtlärm von Flächenflugzeugen und Helikoptern zu ermitteln (Berechnungen vom Büro Bächtold).
Abbruch und Neubau Luftseilbahn LRW
Die fast 50-jährige Gondelbahn von Reigoldswil (BL) auf die Wasserfallen auf der Nordseite des Passwang genügte den heutigen technischen Anforderungen nicht mehr und musste ersetzt werden. Für die Neukonzessionierung der geplanten modernen 6er-Gondelbahn (Garaventa/Doppelmayr) verlangte das Bundesamt für Verkehr einen Umweltbericht. Zu untersuchen waren – neben den direkten Auswirkungen des Neubaus vor allem in den Bereichen Boden- und Gewässerschutz – auch die indirekten Folgen eines erhöhten Nutzungsdruckes auf Natur und Landschaft durch ein gesteigertes Passagieraufkommen. Dass es sich um einen Landschaftsraum von besonderem Wert handelt, lässt sich aus den zahlreich vorhandenen Schutzgebieten und -objekten ablesen.
Für den Bau der neuen Luftseilbahn 2005 in heiklem und stellenweise schwer zugänglichem Gebiet wurde eine Umweltbaubegleitung verlangt. Zusammen mit der Firma Vogt Boden+Landwirtschaft überwachte Tensor die Baustellen und sorgte für die fachgerechte Umsetzung aller verfügten Massnahmen zum Schutz der Umwelt.
Nachrüstung KVA Müve mit Denox-Anlage
Die Kehrichtverbrennungsanlage der MÜVE Biel-Seeland AG musste zur EInhaltung der Emissionsgrenzwerte mit einer Entstickungsanlage nachgerüstet werden. Gewählt wurde dafür das Verfahren der selektiven katalytischen Reduktion. Da die Änderung von den Behörden als wesentlich eingestuft wurde, mussten die geänderten Anlageteile einer UVP unterzogen werden. Die Verbesserung der Immissionssituation wurde mittels Ausbreitungsrechnungen aufgezeigt. Zur Analyse der nächtlichen Lärmemissionen wurden Lärmmessungen bei den umliegenden Wohnhäusern durchgeführt. Die dabei aufgezeigte bestehende Grenzwertüberschreitung wurde durch Sanierung der krtitischen Lärmquellen behoben. Spätere Kontrollmessungen belegten den Erfolg der Sanierung und die Richtigkeit der Prognose für die Denox-Anlage. Mit der gelagerten Menge an Ammoniakwasser für den Betrieb des Katalysators wird die Mengenschwelle nach Störfallverordnung überschritten. Der daher erforderliche Kurzbericht für die gesamte KVA wurde in den UVB integriert. Darin wurden die möglichen Störfallszenarien beschrieben und für den schlimmstmöglichen Fall das Schadenausmass und die Eintretenswahrscheinlichkeit quantifiziert. Wie diese Unterschungen ergaben, liegt das Risiko der KVA sicher im akzeptablen Bereich.

